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Tipps Hauskauf – kein Immobilienkauf ohne Risikoprüfung

Der Wert einer Immobilie wird von sehr vielen Faktoren bestimmt, die regional auch noch einmal sehr unterschiedlich sein können. So spielt der bauliche Zustand eines Gründerzeithauses in der Bonner Südstadt eher eine geringere Rolle, als dies für ein Einfamilienhaus in der Peripherie gilt.

Welche Risiken sind denn beim Immobilienkauf mindestens zu prüfen?

Das Wichtigste ist die Prüfung der rechtlichen Situation des Grundstückes. So erhält der Immobilienkäufer bei der Gemeinde telefonische Auskünfte zu Baulasten, Altlasten, Denkmalschutz etc.. Spätestens bei Übermittlung des notariellen Kaufvertrags wird der aktuelle Grundbuchstand dargelegt. Der Notar muss Ihnen Auskunft über die Inhalte etwaiger Belastungen in Abteilung II, z.B. Wohnrecht, Nießbrauch, Wegerechte, Überbaurecht etc. geben.

Auch die rechtliche Situation der Gebäude sollten Sie nicht als gegeben hinnehmen. Lassen Sie sich vom Verkäufer eine Vollmacht zur Einsicht in die Bauakte geben. Hier werden Sie (im Regelfall) feststellen können, ob die vorhandenen Gebäude genehmigt sind.

Insbesondere in Neubaugebieten mit noch nicht fertiggestellten Straßen empfiehlt sich die Überprüfung der Frage: Fallen noch Erschließungskosten für das Grundstück an. Eine Kanalsanierung kann schnell 5.000 bis 10.000 € je Grundstück kosten – ob eine entsprechende Maßnahme geplant ist können Sie beim örtlichen Tiefbauamt ebenfalls erfragen.

Wenn es um die Eigennutzung geht, ist das Wohnumfeld meist von sehr starker Bedeutung. Daher empfiehlt es sich immer Spaziergänge im Umfeld zu machen und direkt Spaziergänger zu fragen, ob sie sich hier auskennen, ob bekannt ist, wie das Wohnumfeld sei.

Bei der Besichtigung von Grundstück und Gebäude empfiehlt es sich, sämtliche Maßnahmen gedanklich durchzugehen, die bis zum gewünschten Bezugszustand notwendig sind. Je nach Zustand der Immobilie empfiehlt es sich einen Fachmann für Gebäudesanierung zu konsultieren.

Sie sollten sich abschließend immer folgende Frage stellen: „Im Fall des nicht geplanten kurzfristigen Wiederverkaufs, kann ich realistisch welchen Preis für die renovierte, sanierte bzw. modernisierte Immobilie erzielen?“. Bedenken Sie dabei, dass Ihre Investitionen im Regelfall nicht 1 zu 1 über den Verkaufserlös abgedeckt werden können, denn der potentielle Erwerber, hätte ja lieber seine Gestaltungswünsche eingebracht und wird nicht bereit sein, den tatsächlichen Aufwand zu zahlen. Sofern man dieses Szenario nicht weitest gehend ausschließen kann, sollte man keine zu individuellen Maßnahmen durchführen (50.000 € Designer-Bad o.ä.).