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Verkäufer & Vermieter müssen ab 2014 den Energieausweis vorlegen – sonst wird ein Bußgeld fällig

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„Energie sparen, koste es, was es wolle?“; das fragt sich der Autor in einer Überschrift eines Artikels der auf Immobilienscout24.de veröffentlicht wurde und sich mit der Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) befasst. Diese soll 2014 in Kraft treten, wird aber derzeit noch verhandelt. Obwohl noch nichts beschlossen ist, kann man bereits jetzt schon absehen, dass die Effizienzstandards verschärft werden und bauen damit noch teurer wird. Experten zufolge hat schon die EnEV 2009 die Kosten des Bauens durchschnittlich um einen fünfstelligen Betrag erhöht, daher beklagen viele Bauträger, dass die Mehraufwendungen, die die EnEV 2014 mit sich bringen würde niemals erwirtschaftet werden können. Als Beispiel, ein normales Einfamilienhaus mit 140 m² Wohnfläche wurde schon mit der Verschärfung der EnEV ab 2004 um 30.000 Euro teurer; eine Amortisierung durch Einsparungen der Energiekosten ist bei einer Betriebsdauer von ca. 15 Jahren für Heizungsgeräte & CO. nicht drin.

Eine Richtlinie der EU von 2010, erlaubt ab 2021 nur noch Niedrigstenergie-Neubauten. Bereits bis 2020 soll der Energieverbrauch von Wohnungen in Deutschland daher um ein Fünftel gesenkt werden. Nachgewiesen werden soll dies durch  einen Energieausweis, den jeder Anbieter beim Verkauf einer Immobilie unaufgefordert vorlegen müsste. Dabei wird zwischen zwei Arten von Energieausweisen unterschieden: Dem Bedarfsausweis und dem Verbrauchsausweis. Ersterer wäre Pflicht für Häuser mit bis zu 4 Wohneinheiten die vor 1978 erbaut wurden und zwischenzeitlich nicht energetisch saniert wurden. Dies beträfe laut Dena 3 von 4 Gebäuden in Deutschland. Der Bedarfsausweis basiert auf einem technischen Gutachten und kostet zwischen 150 und 1000 Euro. Deutlich billiger ist da der Vergleichsausweis mit 30 bis 100 Euro.  Dieser wäre Pflicht für alle anderen Häuser und basiert auf den tatsächlichen Verbrauchsdaten der letzten 3 Jahre. Außerdem sollen zukünftig in Verkaufs- und Vermietungsanzeigen die wichtigsten Werte aus dem jeweiligen Energieausweis angegeben werden. Fehlt einem Eigentümer der entsprechende Ausweis, wird es mit einem Bußgeld von bis zu 15.000 Euro teuer. Kontrolliert werden soll dies stichprobenartig. Zudem würde es für Verkäufer, Vermieter und Makler/Verwalter zur Pflicht, die Energiekennwerte eines Gebäudes, die Art des Energieausweises und wesentliche Energieträger in kommerziellen Anzeigen anzugeben.

Schon heute sind viele Häuslebauer sehr energiebewusst und bauen entsprechende Eigenheime. Der Investor dagegen muss die Wirtschaftlichkeit immer sein ökologisches Gewissen stellen. Vermutlich wird eine erneute drastische Verteuerung der Baukosten dazu führen, dass einige Bauprojekte aus den Schubladen in die Papierkörbe wandern und manche Grundstücke unbebaut bleiben. Jene Investoren, die dann doch noch „zum vermieten“ bauen, müssen naturgemäß höhere Mieten einfordern. Die Verknappung der Neubauflächen bei gleichzeitige Baukostenverteuerung muss ganz zwangsläufig zu einer spürbaren Steigerung der Mietpreise führen. Ob die eingesparten Energiekosten einen ausreichenden Ausgleich schaffen darf dabei wohl bezweifelt werden.